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Heute wollen wir euch einmal eine Plattform vorstellen, die man durchaus als streitbar bezeichnen kann, zumindest erging es uns so, als dieses Thema innerhalb der Redaktion zur Sprache kam. Die Rede ist von designenlassen.de. Hierbei handelt es sich um eine Website, auf der sich Designer aus aller Welt registrieren lassen können, um für potenzielle Auftraggeber Logos, Visitenkarten, Flyer, Plakate, T-Shirts, Webdesign usw. zu entwerfen. Sprich: ein Kunde definiert sein Projekt auf der Plattform und jeder der registrierten Designer kann seinen Entwurf anbieten. Der potenzielle Auftraggeber wählt nun aus den unterschiedlichen Entwürfen seinen Favoriten und eben auch nur dieser wird dann für seine Dienste entlohnt. Für die anderen war die Arbeit gewissermaßen für die Katz.
Aus Sicht des Kunden ist das natürlich hervorragend. Man bekommt eine Vielzahl von Entwürfen angeboten, entscheidet sich für den nach persönlichem Ermessen besten und zahlt dafür ein vergleichbar geringes Entgeld. Aus der Perspektive der Kreativen bedeutet dies jedoch, in Vorleistung gehen zu müssen, ohne die Gewissheit, dass sich diese Arbeit auch finanziell lohnt. Das Risiko liegt also allein bei den Designern.
Also wer lässt sich auf einer solchen Designer-Community registrieren - und vor allem warum? Wie steht es um die Qualität der Arbeiten, gerade bei den doch geringen Preisen, verglichen mit dem, was man üblicherweise auf dem Markt für den Entwurf eines Logos veranschlagen kann und sollte?
Im Artikel “Nürnbergs junge Kreative” in der Februarausgabe des Stadtmagazins PRINZ (Ausgabe Nürnberg) wird u.a. Michael Kubens, Geschäftsführer von designenlassen.de, vorgestellt. Im Beitrag findet sich folgendes Zitat des Diplom-Media-Systemdesigners: “Es ist unglaublich spannend, wie viele Vorschläge teilweise zu den Aufträgen eingehen, durchschnittlich 115.” Hier noch ein paar andere Zahlen, die wir der Homepage und dem Artikel entnehmen können. Derzeit sind mehr als 5.000 Designer angemeldet. Monatlich werden 150 Aufträge vergeben. Auf jeden registrierten Designer entfallen damit monatlich weniger als 0,03 Aufträge. Und die Preise liegen oft im unteren dreistelligen Bereich.
Natürlich gibt es auch Argumente, die für eine solche Online-Plattform sprechen. Für Unternehmen, gerade für Startups, mögen Plattformen wie designenlassen.de die perfekte Lösung sein, um schnell und günstig an ein akzeptables bis gutes Logo zu gelangen. Für junge Designer mag dies umgekehrt eine Möglichkeit sein, erste Aufträge und damit erste Referenzen zu bekommen. Aber garantiert eine solche Plattform zum einen Qualität der Arbeit und zum anderen eine faire Bezahlung der Designer?
Wie gesagt, ein streitbares und kontroverses Thema. Daher interessiert uns natürlich auch eure Meinung zu diesem Thema. Wir freuen uns also über jeden Kommentar von euch!
[Bildquelle: www.designenlassen.de - sceenshot]
28. April 2010
ich sehe dieses portal mehr als einstieg für beide seiten. grafik-designer, die gerade in das geschäft einsteigen, können sich dem wettbewerb stellen und vielleicht noch aufträge bekommen und kleinere unternehmen, die keine professionelle agentur beauftragen wollen, bekommen so verschiedene entwürfe für vergleichbar wenig geld. aus der sicht also ganz gut.
branchen gefährdend wird es nur, wenn das ganze überhand nimmt und komplexe aufträge zu dumping-preisen umgesetzt werden. dann wird das portal zur echten konkurrenz für design-agenturen. das erinnert ein bisschen an “myhammer”… es bleibt abzuwarten und ich bin gespannt.
28. April 2010
ein zweischneidiges schwert - aus meiner sicht. für agenturen, die auf gute handwerkskunst setzen, schwierig, da hier ein konkurrenzkampf brodelt, den sie immer verlieren werden. der einzelkämpfer kann günstiger anbieten, ist er doch in lage “home-office” zu arbeiten. für einsteiger ein weg, marketing zu betreiben und referenzen zu sammeln. problem ist, dass wie auf dem freien markt generell, ein preisdumping angestoßen wird, dem immer jemand zum opfer fallen wird. auf der anderen seite, waren es vielleicht die “schwachen”, die unters rad geraten sind. quasi die, die noch um den status quo kämpfen. spannend wäre die meinung eines designers, wie ich finde.