Jun 02

iPad von Apple

Als Grafik-Fachblog kommt man ja praktisch gar nicht an der thematischen Auseinandersetzung mit Apple vorbei. Wollen wir auch gar nicht, schließlich haben die Kalifornier durchaus attraktives Equipment für die Kaste der Grafiker und Designer anzubieten. Neuestes Produkt ist bekanntermaßen das iPad, das nach nur einem Monat bereits die Millionengrenze verkaufter Tablets geknackt hat – ein durchaus erfolgreicher Markteinstieg also.

Nur eine Woche nach dem US-Verkaufstart des iPads präsentierte das deutsche Unternehmen Neofonie einen vergleichbaren Web-Tablet-PC – das WePad (wie es zu diesem Zeitpunkt noch hieß, aber dazu später mehr). Die Premiere artete in einem Desaster aus. Die Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem Apple-Produkt wurde gleich einmal infrage gestellt. Seit einem zweiten Versuch, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren, scheint das WePad rehabilitiert. Und plötzlich wird aus dem WePad das WeTab. Offizielle Begründung auf der WeTab-Homepage: man möchte sich am internationalen Markt noch deutlicher abgrenzen. Der Verdacht, dass der amerikanischen Konkurrenz die Namesähnlichkeit zu groß gewesen sein könnte, wie kress Der Mediendienst berichtet, und mit juristischen Schritten drohte, ist natürlich vollkommen abwegig. ;)

Aber Namen sind ohnehin nur Schall und Rauch. Viel entscheidender ist doch, welches der beiden Tablets nun das bessere ist?

Konkurrenz aus Deutschland - das WeTab

Fakt ist, dass das WeTab ein paar Funktionen hat, die man beim iPad durchaus vermissen kann. So zum Beispiel die Möglichkeit Flash-Applikationen laufen zu lassen, Musik über USB-Stick hören zu können sowie eine eingebaute Webcam, die beim iPad allerdings noch folgen soll. Das WeTab ist zudem multitaskingfähig. Was höchstwahrscheinlich niemals beim iPad vorhanden sein wird, sind offene Schnittstellen für Entwickler und Kunden. Und hier sind wir an einem Punkt angelangt, der das vermeidlich kleine WeTab tatsächlich gegen den Goliath iPad bestehen lassen könnte - Flexibilität und Offenheit. Anders als Apple bietet Neofonie den Nutzern eine offene Plattform, die es beispielsweise Verlegern ermöglicht, ihre Inhalte ohne Preisdiktat und ohne Zensur anzubieten und dabei die Oberfläche auch noch selbst gestalten zu können, was wiederum Spielraum beim Platzieren von Werbung lässt und das hätte unter Umständen den interessanten Aspekt subventionierter WeTabs.

Vieles spricht aus dieser Sicht natürlich für das WeTab. Einmal abgesehen von der besonderen Aura, die den Apple-Produkten anheim ist, hat es Thomas Böttiger auf maclife.de wunderbar zum Ausdruck gebracht: „Das iPad ist für den Kunden konzipiert, es soll getreu der Maxime von Steve Jobs den Einsteiger an die Technik heranführen, es ihm einfach machen, sie in sein Leben zu integrieren. Das iPad manifestiert die Überzeugung, dass Apple weiß, was für seine Kunden gut ist und ihm den täglichen Kampf mit den Tücken der Technik abnimmt.“ Das WeTab hingegen, so Böttiger weiter, richtet sich  an Techniker und Anbieter von Inhalten, also den versierten Benutzer, dem die vielen technischen Schnittstellen die Möglichkeit bieten, „die Funktionen und das Interface des WePad nach seinen Vorstellungen zu ändern.“

Mehr als eine Million verkaufte iPad belegen, dass das Appleprodukt – wie zu erwarten war –  eine große und immer stetig wachsende Fangemeinde haben wird. Interessant ist, dass mit dem WeTab, anders als bei iPod und iPhone, ein weiteres Web-Tablet mit Potenzial auf den Markt gelangt und das ebenso seine Fans finden wird wie das iPad.

Bildquelle: Pressebilder


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