Feb 22

pixelpipe VJ Mar-K.os 2

Im zweiten Teil des Interviews mit dem VJ Markos Aristides Kern erfahrt ihr, was bei seiner Arbeit relevant ist, welche Software er zur Produktion von Visuals selbst nutzt – und welches Design ihm selbst nach jahrelangem kreativen Schaffen noch unter die Haut geht.

Auf das Beherrschen welcher Programme kommt es in Ihrem Job an? Was raten Sie interessierten Video-Künstlern – sowohl den Beginnern als auch Fortgeschrittenen?

Markos Kern: Den Beginnern rate ich auf jeden Fall, sich erst einmal auf das Wesentliche zu besinnen. Was will ich machen? – Erst danach kommt die Frage der Umsetzung. Eine billige Kamera aus dem Supermarkt kann da manchmal mehr bewirken als sich wochenlang an den Rechner zu setzen. Es ist schön, wenn man sich mit aufwendigen Programmen gut auskennt. Ich sehe diese aber immer als Werkzeug zur Umsetzung einer guten Idee.

Persönlich arbeite ich größtenteils mit Cinema 4D, Final Cut und After Effects, wobei mein Lieblings-Arbeitsutensil bei der Produktion meine Canon 5D Mark 2 ist. Zum Video mischen habe ich ein Setup aus zwei Macs, auf denen die Programme Modul8 und VDMX laufen, einem Edirol V8 Mischer und ein paar Midi Geräten, um schnell reagieren zu können.

Wo sehen Sie möglicherweise noch Verbesserungspotenzial in Bezug auf die derzeit verfügbare Soft- und Hardware?

Markos Kern: Prinzipiell gehen die meisten Programme in der Entwicklung schon in die richtige Richtung. Ich persönlich würde mir wünschen, dass sie noch etwas intuitiver bei der Bedienung und auch individuell anpassbarer werden. VJ-Programme gehen da den Weg des modularen Aufbaus, so kann jeder anders arbeiten und die Resultate sind somit auch vielseitiger und spiegeln die ganz persönliche Arbeitsweise eines jeden wider. Ich selbst arbeite gerne sehr direkt und live – lange an einer 3D-Szene zu arbeiten, kann ganz schön nervig sein. In Zukunft würde ich gerne solche Vorgänge direkter und in Echtzeit machen. Im Kopf ist ja alles immer schon da – es dem Rechner zu erklären, muss einfacher werden.

Sie sind Mitbegründer und -betreiber von digitalbloom.com – einer Plattform für den Kauf von digitaler Kunst und Design im Internet. Können Sie uns kurz die Idee der Plattform beschreiben?

Markos Kern: Digitalbloom vertreibt digitale Kunst über das Internet, d.h. Künstler werden weltweit von uns gesignt und vertreiben Bilder und Videos unter www.digitalbloom.com. Ziel ist es, anspruchsvollen Content für Screens zu bieten, die ansonsten schwarz bleiben, und Geräte als Style-Objekte zu nutzen. Gerade für Bars, Restaurants und Clubs ist das eine äußerst praktische Sache, spätestens seitdem wir jetzt auch die passende Hardware anbieten, die ArtBox. Diese synchronisiert sich automatisch mit der Website und den gekauften Werken und spielt diese dann in HD ab. Kein Stress also mehr mit DVD, USB-Stick etc. – einmal angeschlossen und der Screen wird zum Style-Objekt.

Sie verfügen selbst über einen großen Erfahrungsschatz in punkto Visual Design, sind seit Jahren erfolgreich „im Geschäft“ – was geht Ihnen selbst unter die Haut? Was macht für Sie bis heute gute Visuals bzw. gutes Design aus?

Markos Kern: Gute Visuals oder Designs sind für mich eine gute Idee oder ein Gedanke, die ebenso gut umgesetzt werden. Viele Jobs heutzutage sind reines Handwerk, orientieren sich an technischen Möglichkeiten oder Budgets. Der konzeptionelle Ansatz dahinter fehlt. Wenn es jemand schafft, die wichtigen Dinge stimmig unter einen Hut zu bekommen, ist es ein gelungenes Werk, dann entsteht auch der berühmte Gänsehauteffekt.

Wer sich einen kleinen Eindruck von der Kunst des VJs verschaffen möchte -                 Video schauen!!!

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Homepage: www.visualdrugstore.com
Blog: www.myvisualworld.com


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