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Alles andere als Mainstream – ein Aspekt, der auf das Portfolio von vielen Fotografen und Bildbearbeitern zutrifft. Mit Eduardo da Vinci stellen wir euch in unserer Interviewreihe einen weiteren Künstler vor, dessen Foto-Arbeiten das “gewisse Etwas” mitbringen und im Kopf bleiben. Dabei ist er erst seit kurzer Zeit von der digitalen Bilderwelt fasziniert – eigentlich ist Eduardo da Vinci ausgebildeter Jurist mit mehrjähriger Berufserfahrung und kam erst 2008 zur Bildbearbeitung. Seitdem arbeitet er als Digital Artist sowie als Photoshop Trainer und hat damit sein Ziel erreicht – “kreativ künstlerisch tätig zu sein”, wie er selbst sagt. In ersten Teil unseres Interviews erzählt er, was seine Arbeiten ausmacht und was die Bilder beim Betrachter auslösen sollen.
Redaktion: Wie würden Sie selbst Ihre Arbeit beschreiben?
Eduardo da Vinci: Ich mache das, was man neudeutsch als “Digital Artist” bezeichnet. Ich bin weder reiner Fotograf noch Bildbearbeiter. Daneben spielt das Training eine große Rolle für mich. Idealerweise ergänzen sich diese Disziplinen. Während der Vorbereitung zu einem Training beispielsweise probiere ich neue Techniken aus und diese beeinflussen dann wiederum meine Arbeit als Digital Artist. In diesem Mix steckt eine gewisse Dynamik, die mich und meine Arbeit ständig vorantreibt.
Was ist ein typischer “Eduardo da Vinci”?
Eduardo da Vinci: Schwierige Frage, da in meinem Kopf immer alles in Bewegung ist. Mein Motto war schon immer: “Frustra laborat, qui omnibus placere studet”, will heißen: “Vergeblich müht sich ab, wer allen gefallen will”. Ich will mit meinen Arbeiten vor allem polarisieren, das entspricht auch meinem Charakter. Die einen mögen, was ich mache, andere wiederum nicht. Dazwischen ist nicht viel Platz und das ist gut so.
Ihre Arbeiten wirken teils sehr aggressiv, teils sehr sexy. Was sollen die Fotos beim Betrachter auslösen?
Eduardo da Vinci: Eigentlich bin ich da ganz bescheiden. Bei der Bilderflut, die uns täglich begegnet, ist es schon ein Gewinn, wenn die Augen des Betrachters einige Zeit auf auf meinen Bildern verweilen. Idealerweise sollen meine Arbeiten beim Betrachter einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Glücklicherweise scheint mir das zu gelingen – jedenfalls entnehme ich das dem positiven Feedback, das ich täglich erhalte. Natürlich steckt hinter jedem Bild eine Geschichte oder Intention, aber wenn ein Bild gelungen ist, benötigt es für seine Existenz keinerlei Begründung oder gar Rechtfertigung; es wirkt für sich alleine.
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Was muss ein Model haben, um für Sie als Fotograf interessant zu sein?
Eduardo da Vinci: Meine Antwort steckt schon in Ihrer Frage – es muss vor allem interessant sein. Ganz gleich ob in der Erscheinung oder aber in der Geschichte, die hinter jedem Menschen steckt. Nehmen Sie z.B. das Bild von Ingo Fertig, ein bekannter Koch aus Köln, der im grünen, ungebügelten T-Shirt in die Kamera brüllt. Der ist im herkömmlichen Sinne alles andere als fotogen, aber wenn er Ihnen im Gespräch erzählt, wie er sich über einen Gast aufregt, der die ganze Zeit vor einem Glas Wasser sitzt und dann noch über die Größe der Essensportionen meckert, dann versuche ich dieses Gefühl dem Betrachter zu vermitteln. Die Wenigsten kennen natürlich diesen Hintergrund, aber für jeden Betrachter ist sofort klar, das er sich den Frust von der Seele brüllt.
Welche Fotoausrüstung verwenden Sie?
Eduardo da Vinci: Meine Fotoausrüstung ist von Canon. Ich arbeite nach wie vor mit dem APS-C Format. Viele machen den Fehler, sich in die Technik zu flüchten. Das gilt übrigens auch für Photoshop. Ich bekomme häufig Anfragen von Kollegen, wie ich das eine oder andere Bild gemacht habe und die sind dann ganz erstaunt, wie wenig technischer Aufwand dahinter steckt.
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