Sein Name verbindet sich wohl wie kein zweiter in Deutschland mit dem Layoutprogramm Adobe InDesign. Tim Gouder ist Betreiber des InDesign-Blogs, Mitbegründer der InDesign Group Köln und Adobe Certified Expert für InDesign (ACE) - da wird natürlich deutlich: Sein Herz schlägt für das bekannte Programm der Adobe Creative Suite. War das schon immer so? Und was treibt den Herzblut-Grafiker an, sein Wissen stetig zu erweitern und sein Know-how mit anderen zu teilen? Im Interview verrät Tim Gouder seine Motivation – und natürlich, was InDesign und im Speziellen die CS5-Version für ihn ausmacht.
Redaktion: Als Mitbegründer der InDesign Group Köln und Verfasser des Handbuchs zur Vorbereitung auf die Adobe Certified Expert (ACE) Prüfung in InDesign CS4 sind Sie ja ein ausgewiesener InDesign-Experte. Was waren für Sie die Gründe, sich als Grafiker für diese Software zu entscheiden und darüber hinaus auch aktiv eine Community zu gründen, die sich mit Fragen rund um InDesign befasst?
Tim Gouder: Die Gründe, warum ich mit InDesign arbeite, sind ganz banal. InDesign ist für mich einfach das beste Werkzeug! Allerdings war es bei mir erst Liebe auf den zweiten Blick. Als Heavy-Quark-User konnte ich mich bis zur Version CS noch erfolgreich gegen InDesign wehren. Als ich dann 2005 die CS2 auf der Adobe Live in Köln das erste Mal live gesehen habe, war auch ich so überzeugt, dass ich wenige Wochen später von einem auf den anderen Tag umgestiegen bin und nie wieder auf Quark zurückgegriffen habe.
Warum ich eine InDesign User Group mitgegründet habe, ist eigentlich auch ganz einfach: InDesign ist ein wichtiger Teil in meinem Berufsleben, aber auch mein größtes Hobby geworden. Deshalb möchte ich einfach alles zu und über InDesign wissen. In einer User Group findet man Gleichgesinnte mit sehr viel Know-how, die genauso denken und die ihr Wissen gern teilen.
Sie betreiben zudem mit dem InDesign-Blog einen Fachblog mit Tipps und Tricks für InDesign-Anwender. Was ist Ihre Motivation, Ihr Wissen mit der Welt zu teilen?
Tim Gouder: Meine eigene Motivation ist das Lernen. Wenn ich mich mit einem bestimmten InDesign-Thema oder -Problem beschäftige und darüber schreibe, entdecke ich immer wieder etwas Neues. Gleichzeitig wird es archiviert und ich kann bei Bedarf darin suchen.
Natürlich freue ich mich auch riesig, wenn andere InDesign-User darin suchen und für Ihre Probleme eine Lösung finden. Erfahre ich dies über einen Kommentar im Blog, ist das sicherlich die größte Motivation, mein Wissen weiterhin zu teilen.
Erst vor kurzem haben Sie sich entschieden, dem InDesign-Blog einen eigenen Webauftritt zu geben und den Blog somit vom Fachportal S&H Tipp der Woche zu trennen. Welche Gründe waren hierfür ausschlaggebend?
Tim Gouder: Am Anfang war der „S&H Tipp der Woche“ eine Art E-Mail-Newsletter an Arbeitskollegen und Freunde mit Tipps und Tricks zu allem rund um die Creative Suite. Später wurde dann ein Blog daraus und der Schwerpunkt verlagerte sich überwiegend zu InDesign. In Zukunft soll es aber wieder vermehrt zu allen Programmen der Creative Suite Tipps und Tricks geben. Also habe ich mich entschieden, der Fülle an InDesign-Informationen einen eigenen Webauftritt zu geben. Damit dieser leichter gefunden werden kann, wurde die URL in „indesign-blog.de“ umgetauft.
Gibt es für Sie als Experte überhaupt andere Portale, von denen Sie sich in puncto InDesign inspirieren lassen und selbst Tipps und Tricks für sich finden?
Tim Gouder: Na klar gibt es die! Man lernt ja nie aus! Ich habe eine Liste der für mich wichtigsten InDesign-Ressourcen auf dem InDesign-Blog zusammengestellt. Auf InDesignSecrets schaue ich beispielsweise fast täglich vorbei.
Im April wurde die neue Adobe Creative Suite 5 der Öffentlichkeit präsentiert. Was sind denn für Sie die spannendsten Features und Neuerungen bei InDesign CS5?
Tim Gouder: Ich persönlich finde natürlich die Neuerungen am spannendsten, die ich in meiner täglichen Arbeit sofort einsetzen kann, wie zum Beispiel den PDF-Export im Hintergrund; dass ich verschiedene Seitengrößen innerhalb eines Dokuments anlegen kann; die dynamischen Eckeneffekte mit denen ich beispielsweise nur eine Ecke eines Rechtecks abrunden kann; das einfachere Auswählen und Bearbeiten von Objekten – Stichwort Content Grabber – und zuletzt die spaltenübergreifenden Absätze, mit denen ich Headlines über mehrere Absätze laufen lassen kann.
Neuerungen im Bereich Interaktive Dokumente und Präsentationen finde ich auch sehr spannend, wenngleich sie für meine Arbeit nicht entscheidend sind. In Anbetracht des Voranschreitens der mobilen Endgeräte wie zum Beispiel dem iPad hoffe ich allerdings, zukünftig ebenfalls diese Tools einsetzen zu können.
Gibt es denn auch nach der Veröffentlichung von InDesign CS5 Funktionen, die Ihnen fehlen und die Sie sich für das nächste Upgrade wünschen?
Tim Gouder: Hmmm, mal sehen. Wünsche gibt es immer! Adobe könnte noch einiges an der Tabellen-Funktion tun. Frei wählbare bullet point-Grafiken, ein Export für das iPad und die Möglichkeit, nach Farben zu suchen, wären toll. Mal schauen, was uns CS next bringt!
Vielen Dank für das Interview!
InDesign-Blog bei Twitter
InDesign-Blog bei facebook
Letzte Kommentare