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Mit Fotografien Geschichten zu erzählen, ist eine Sache. Fotos durch digitale Nachbearbeitung eine neue Dimension und Aussage zu verleihen, eine andere. Bei unseren Streifzügen durch Künstlerportfolios im weltweiten Netz sind wir an den Composings von Jeannette Woitzik geradezu hängengeblieben. Die Bildbearbeiterin schafft es mit ihren Bildkompositionen, der Fantasie des Betrachters Flügel zu verleihen. Natürlich haben wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen, die Berlinerin, die ihre Arbeiten auf ihrem Blog schnettepics präsentiert, um ein Interview zu bitten. Im ersten Teil unserer Fragerunde erklärte uns “Schnette”, wie ihre Bilder entstehen, was sie an digitaler Bildbearbeitung reizt und auf welche Photoshop-Features sie nicht verzichten mag.
Redaktion: In Ihren Bildern scheinen Traum und Wirklichkeit zu verschwimmen. Welche Absichten verfolgen Sie mit Ihrer Arbeit? Möchten Sie Geschichten erzählen, bestimmte Gefühle ausdrücken – oder geht es Ihnen schlichtweg darum, Bildkompositionen zu schaffen?
Jeannette Woitzik: Das mit den Gefühlen passt wohl am besten. Ich möchte etwas ausdrücken und gieße meine Empfindungen mit Hilfe von Symbolen in ein Bild. So ist jedes Bild Teil einer Geschichte.
Wie sieht der “typische” Entstehungsprozess eines Bildes von Jeannette Woitzik aus? Haben Sie die Idee von Anfang an im Kopf oder entwickelt sie sich während der Bearbeitung?
Jeannette Woitzik: Die meisten Composer scheinen das Bild recht ausgereift im Kopf oder auf dem Papier zu haben, ehe sie mit der Arbeit am Rechner beginnen. Irgendwie kann ich das so nicht. Wahrscheinlich würde ich nicht einmal mein eigenes Scribble erkennen! Eine Grundidee habe ich zwar von Anfang im Kopf, aber die ist meistens überhaupt noch nicht ausgereift. Erst wenn ich das passende Symbol gefunden habe, entwickelt sich mehr daraus. Dazu gehe ich z.B. in Kramläden und seh mir diesen kleinen Schnickschnack an - so werde ich oft fündig. Die Zutaten für die passende Kulisse habe ich meistens schon auf der Festplatte, und dann kann es losgehen. Das einzige, was von Anfang an klar ist, ist die Perspektive, die Farbstimmung definiere ich auch schon zu Beginn. Der Rest entwickelt sich im Laufe der Bearbeitung. Das Bild “Storybook” beispielsweise beinhaltete eigentlich einen Spielplatz – der flog kurz vor Schluss mal eben raus. Es bleibt also immer spannend.
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Was hat Ihr Interesse für Fotografie und vor allem die Bildbearbeitung geweckt?
Jeannette Woitzik: Ich wollte meine Schnappschüsse aufbessern, und je mehr ich über Verschlusszeiten, Blenden usw. las, desto mehr hat mich das alles interessiert. Dann kam eine Kamera dazu und so ging es langsam los. Das ist jetzt gute drei Jahre her. Die Bearbeitung der Bilder hat mir schon immer Spaß gemacht. Ich hab eine Menge herumprobiert, und im vergangenen Jahr hab ich dann die Fotomontagen für mich entdeckt. Genau mein Ding!
Die digitale Nachbearbeitung von Fotos hat in Ihrer Arbeit einen hohen Stellenwert. Worin liegt für Sie der Reiz, Fotos auf diese surreale Weise zu bearbeiten?
Jeannette Woitzik: Ich hab die Freiheit, alles so zu gestalten, wie ich es möchte. Das genieße ich sehr. Ob ich nun Dinge bastele, die es gar nicht gibt, oder für den Titel irgendwelche Worte erfinde – ich kann mir alles rausnehmen, worauf ich gerade Lust habe. Ich finde es immer spannend, ob anschließend auch das ankommt, was ich eigentlich ausdrücken wollte. Genauso interessant finde ich es aber, wenn die Bilder ganz anders interpretiert werden.
In einem Interview haben Sie gesagt, dass Sie sich nicht vorstellen könnten, auf Photoshop zu verzichten. Haben Sie ein Lieblingstool? Und sehen Sie noch Nachholebedarf – vermissen Sie z.B. eine bestimmte technische Möglichkeit bei Photoshop?
Jeannette Woitzik: Ein Lieblingstool hab ich nicht – ich mag sie alle! Und ich vermisse auch nichts. Im Gegenteil – momentan experimentiere ich wieder sehr viel herum und entdecke ständig Neues.
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