Mai 27

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Die letzten Wochen standen ganz im Zeichen von Cross Media Publishing mit Hilfe von Layout-Programmen. Als Resümee dieses Teilbereiches innerhalb des Crossmedia bleibt die Erkenntnis, dass es zunehmend einfacher wird, den jeweiligen Content für verschiedene Medien wie eben Print und Online aufzuarbeiten. Soweit also zur technischen bzw. gestalterischen Seite.

Die Frage, wann es sinnvoll ist Text, Bild, Video etc. auf verschiedenen Medienkanälen abzubilden, blieb bis dato jedoch unberührt. An dieser Stelle wollen wir deshalb noch einen kleinen Ausblick wagen und versuchen, die Frage der journalistischen Relevanz crossmedialer Verbreitung von Informationen zu beantworten.

Im März hatte die Bundeszentrale für politische Bildung ein Seminar zu den crossmedialen Möglichkeiten von Lokalredaktionen veranstaltet. Mit dabei waren Medienwissenschaftler, Chefredakteure, Verleger und Geschäftsführer von Regionalzeitungen. Der hier am kontroversesten diskutierte Punkt war der nach der Relevanz eines Online-Auftritts der Verlage, und damit letztlich die Einschätzung der Bedeutung crossmedialer Verbreitung von Informationen.

Durchschnittlich nutzt der User im Internet fünf, realistisch betrachtet jedoch nur drei, Portale am Tag. Die ersten beiden Plätze werden dabei von Google und dem jeweiligen Internetprovider, bei dem man seinen E-Mail-Account hat, belegt. Für die Verlage geht es nun darum, den User mit Inhalten zu überzeugen, so dass er sich für den Besuch der Online-Ausgabe der jeweiligen Zeitung entscheidet. Wenn der Verlag den User für den Besuch des eigenen Online-Auftritts gewonnen hat, erhöht sich zumindest die Chance, diesen auch für die Printausgabe zu gewinnen.
Letztlich garantiert dies aber keineswegs den langfristigen Erhalt des Prints.

Eines der großen Probleme für die Printmedien ist der veränderte Medienkonsum Jugendlicher. Auch vor dem Aufkommen des Internets haben Jugendliche nicht mehr Zeitung gelesen als heute. Erst mit zunehmendem Alter wächst damals wie heute das Interesse am politischen Weltgeschehen. Aber während man früher zur Zeitung als Informationsquelle griff, findet die mit dem World Wide Web aufgewachsene Generation alles, was sie wissen will, im Netz - und das kostenlos. Nicht verwunderlich, dass vor der Kannibalisierung der Printmedien durch die Online-Verwertung gewarnt wird. So sind innerhalb des Seminars dann auch verschiedene Crossmedia-Modelle diskutiert worden. Einer der Vorschläge war der, dass die jeweilige Story im Online-Beitrag lediglich angerissen wird und nur in der Printausgabe vollständig zu lesen sein. Oder aber der Online-Beitrag ist kostenpflichtig. Weitere Schwierigkeit: die crossmediale Aufbereitung bedarf qualifizierter Redakteure, die im besten Fall investigativ recherchieren, fotografieren, schreiben, filmen und schneiden können sollen.

Trotz dessen kamen die Journalisten und Medienwissenschaftler zu dem Schluss, dass man an crossmedialer Nutzung von Inhalten künftig kaum vorbei kommen wird. Online-Medien machen dabei Drucksachen aber keineswegs überflüssig, so die These von Todd Gittin, Journalismus-Professor an der Columbia University. Schließlich stößt man beim Zeitungslesen immer wieder auf Themen, von denen man nie erwartet hätte, dass sie einen interessieren könnten.

Print und Online-Medien werden demnach in den nächsten Jahren weiter gegen- aber auch miteinander um die Gunst der Leser ringen. Crossmedia wird daher zunehmend an Bedeutung gewinnen. Und wie wir in den letzten Beiträgen zu diesem Thema gesehen haben, wird die Weiterentwicklung der verschiedene Software-Programme die crossmediale Verbreitung von Informationen zunehmend vereinfachen.

Wer sich etwas ausführlicher über die Inhalte des Seminars und die Vorträge der Referenten informieren will, findet hier eine gute Zusammenfassung.


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