Feb 19

pixelpipe VJ Mar-K.os

Es ist Berufung statt Beruf, es ist seine Leidenschaft vielmehr denn sein Hobby: Menschen durch Bilder, Szenen, Licht zu erreichen. Als VJ tourt Mar-K.os – der im wahren Leben Markos Aristides Kern heißt – durch die Lande, produziert Visuals und gibt Live-Performances.

“The VJ has a special power, because he can influence the emotions of the people just by fading pictures or scenes.” lesen wir auf seiner Homepage. Im Interview verrät er, wie das genau funktioniert – die Emotionen der Menschen bei Veranstaltungen zu erreichen. Im ersten Teil des Interviews gibt uns Markos Kern – der nicht nur VJ, sondern auch Agenturgründer ist und sein Wissen in Workshops weitergibt – einen Einblick in sein Schaffen und Wirken.

Herr Kern, in einem Satz: Worin besteht die Faszination von visueller Gestaltung?

Markos Kern: Faszination ist ein schwer zu beschreibendes Gefühl, man muss es einfach spüren. Für mich bedeutet es, etwas Schönes zu erschaffen, das Menschen begeistert. Bei meinem Schaffen kommt ja auch stets der zeitliche Aspekt hinzu. Die meisten meiner Arbeiten sind live, bestehen also nur für den Moment und müssen da auch perfekt, wie ein Musikstück, “gespielt” werden. Improvisation ist hierbei die Kunst, der Moment die Faszination.

Sie produzieren Visuals und Videos, geben Live Perfomances, spielen auf Festivals, in Clubs, auf Events, Sie haben Ihre eigene Agentur für visuelle Konzeption gegründet, geben selbst VJ-Workshops – wie viele Stunden hat Ihr Tag? Wo liegt der Schwerpunkt Ihrer Arbeit?

Markos Kern: Auf jeden Fall hat der Tag zu wenig Stunden, das ist klar. Richtige Schwerpunkte gibt es eigentlich kaum, jeder Tag sieht anders aus – je nach Projekten und Gigs und ob ich mich in der Agentur befinde oder unterwegs bin. Meistens hat mein Tag jedoch zwischen 16 und 20 Stunden, und da ich auch weiterhin viele verschiedene Dinge anpacken will, denke ich, dass sich daran so schnell auch nichts ändern wird.

Können Sie uns einen kurzen Einblick in Ihr Schaffen als VJ geben? Worauf kommt es bei Ihrem Job an?

Markos Kern: Bei meinen Gigs als VJ versuche ich immer, den perfekten Moment zu gestalten. Im Endeffekt treffen sich da ein paar hundert oder tausend Menschen, um zusammen Musik zu hören und einen außergewöhnlichen Abend zu erleben. Mit meinen Designs und Shows versuche ich, dem Ganzen einen Rahmen zu geben, die Musik und die damit verbundenen Gefühle auch visuell erlebbar zu machen, so dass der Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.

Eine gute visuelle Konzeption – wieviel Prozent ist Handwerk, wieviel ist Kunst? Und wieviel Prozent Leidenschaft?

Markos Kern: Das ist eine sehr gute Frage. Ich denke, da verschwinden die Grenzen sehr stark. Leidenschaft macht definitiv einen sehr großen Teil aus, ohne den es auch überhaupt nicht gehen kann. Handwerk stellt für mich zu einem gewissen Teil die Basis dar, um auch künstlerisch inspiriert zu sein. Je nach Job unterscheidet sich das auch.

Sie wollen als Künstler Visionen wahr werden lassen, durch Szenen und Bilder die Gefühle der Menschen beeinflussen, ihre Phantasie erreichen – was ist der Trick dabei? Wie kann visuelle Gestaltung dem Menschen so nah werden?

Markos Kern: Ein großer Teil besteht darin, die Leute mit etwas Unerwartetem zu überraschen und sie in Situationen, Räume oder Verhältnisse zu bringen, die sie begeistern, so dass sie mit etwas noch nicht Gesehenem konfrontiert werden. Die Wege dahin können dabei ganz unterschiedlich sein, meistens sogar auch weit über die visuelle Gestaltung hinausgehen. Wenn alles harmonisch ineinander greift und die Situation außergewöhnlich ist, berührt das die Menschen.

Der zweite Teil des Interview folgt am Montag. Markos Kern verrät dann, worauf es bei seiner Arbeit ankommt - und was ihm in punkto Design selbst unter die Haut geht.


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