Zwei Wochen noch und dann geht es nach München zum „Creative Parlour“. Der Veranstalter hat für die Teilnehmer des Events wirklich prominente Referenten eingeladen, von den wir in den vergangenen Wochen schon zwei etwas näher vorgestellt haben. Heute ist nun mit Robin Preston der Fachmann für Photoshop an der Reihe.
Das Advance Photoshop Magazine hat ihn zusammen mit dem John Nack zu den wichtigsten Menschen der 20-jährigen Photoshop-Historie gekürt. Wenn man Robin Preston darauf anspricht, ist ihm das durchaus unangenehm. „Ich mag es nicht, wenn mich die Leute als Photoshop-Guru bezeichnen. Ich bin kein Guru. Ich kenne mich einfach nur sehr gut mit diesem Programm aus, aber das würde wohl jeder, der sich 16 Stunden am Tag und das seit 20 Jahren mit Photoshop beschäftigt.“
Robin Preston ist studierter Illustrator und erwarb sein Diplom an der St. Martins School of Art & Design in London. In den Semesterferien hatte er in einem professionellen Fotolabor den ersten Kontakt mit dem Bereich Fotografie und dem, was man Ende der 70er Jahre als „Post Production“ bezeichnete. 1979 erstellte er die erste Digitalretusche und 1989 begann er sich mit Photoshop auseinanderzusetzen. Damit ist er tatsächlich einer der ersten, die sich mit digitaler Bildbearbeitung beschäftigt haben: „der Mann der ersten Stunde“, wie er gern beschrieben wird.
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Nach dem Studium hat sich Robin Preston selbstständig gemacht und arbeitet nun seit 28 Jahren als freier Fotograf, Digitalkünstler und Illustrator. Themenschwerpunkt seiner Arbeit ist dabei die Automobilindustrie. Wirft man einen Blick auf seine Kunden, findet man das Who is Who der Branche: Aston Martin, Bentley, Mercedes, Audi, BMW, Ferrari, um nur einige zu nennen. Der Photoshop-Fachmann, und damit unterscheidet er sich von der Mehrheit seiner Kollegen, bearbeitet die Bilder nicht nur, er fotografiert sie auch selbst. Damit ist er am gesamten Workflow des Bildes, von der Idee bis hin zum fertigen Print, maßgeblich involviert.
Robin Preston ist unter anderem Alphatester für Adobe Photoshop, Senior Evangelist bei Wacom und Senior Influencer bei Nik Software. Wenn er nicht gerade wieder an einem neuen Projekt arbeitet, versucht er sein Wissen weiterzugeben. So rief er vor ein paar Jahren das Projekt „Laboratorium“ ins Leben, mit dem Ziel, talentierte Kinder und Jugendliche aus Großstädten ohne Perspektive und ohne die Möglichkeit zu studieren, dabei zu unterstützen, dass sie einen Beruf als Grafiker oder Fotograf erlernen können. „Ich will, dass die Leute darüber reflektieren, das Kunst oder alles, was wir hier machen, nichts mit Studieren zu tun hat, sondern mit Menschen und was die können.“
Dass er sein Wissen über die digitale Bildbearbeitung in Vorträgen vermittelt, verdanken wir gewissermaßen einem Erlebnis aus der Vergangenheit. Selbst Teilnehmer eines Workshops wurde er von einem Vertreter der Industrie danach gefragt, wie ihm der Workshop gefallen hätte. Nicht gut, war die Antwort, denn „da steht ein Ingenieur, der nicht aus unserer Branche kommt und der erzählt einen Humbug. Der denkt, dass die Workshopteilnehmer keine Ahnung haben und das, was er uns da vorstellt, ganz toll finden.“ Gefragt, ob er es besser könne, antwortete er mit „schlechter auf keinen Fall.“ Nutznießer dessen sind dann Veranstaltungen wie das „Creative Parlour“ in München. Hier wird der gebürtige Londoner in seinem Workshop den Teilnehmern am konkreten Beispiel etwas zu Composing und Retusche zeigen und über neue Funktionen bei Photoshop, wie beispielsweise die automatische Blende oder die verbesserte Bildkorrektur, sprechen. Sein Ziel: „Ich will, dass die Leute nach einem solchen Event im Wissen nach Hause gehen, dass sie bei mir zwei drei Sachen gelernt haben, die sie direkt umsetzen können. Es geht ja schließlich nicht darum zu zeigen, wie toll ich bin, sondern ich will den Leuten einfach was beibringen.“
Veranstaltungen wie das „Creative Parlour“ empfindet Robin Preston als äußerst sinnvoll. „Für Anwender der verschiedenen Programme ist es ungemein wichtig, wenn Referenten die Workshops halten, die wirklich wissen, wovon sie reden und nicht nur die neuesten Features erklären können. Außerdem sind solche Veranstaltungen optimal dafür geeignet, mit Gleichgesinnten zusammenzukommen.“
am 06. Oktober 2009
im SkyEvent München
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